|
Clintons Fall

Der heute 22-jaehrige Clinton Lee Young wird beschuldigt am 25. November 2001 im Alter von 18 Jahren zwei Männer ermordet zu haben. Folgendes soll geschehen sein:
Gemeinsam mit Mark Ray, 19 Jahre, und David Page, 20 Jahre, soll Clinton an diesem Tag in Ost-Texas zunächst Doyle Douglas, 41 Jahre alt, gekidnappt haben. Clinton wollte dessen Auto haben, um damit zu seiner Freundin Amber Lynch zu fahren. Nachdem Doyle Douglas angeschossen wurde, transportierten die drei den verletzten Douglas noch im Kofferraum, bevor sie ihn in einer einsamen Waldgegend schließlich erschossen.
Das zweite Opfer, der 52-jaehrige Samuel Petrey, wurde von Clinton und David Page auf dem Parkplatz eines Supermarktes angesprochen und nach dem Weg gefragt. Dann kidnappten sie ihn ebenfalls und fuhren mit ihm durch die Midlands. In einem Ölfeld wurde schließlich seine Leiche gefunden - er wurde ebenfalls erschossen. Dann ließ Clinton David Page an der Polizeistation aussteigen und flüchtete selbst vor der Polizei. Während der Verfolgungsjagd telefonierte er mit einem Polizeibeamten über das Handy. Er erklärte, dass er nichts damit zu tun habe und fügte hinzu, dass er nicht zurück ins Gefängnis könne (er saß bereits zuvor in Jugendhaft). Erst nachdem die Reifen des Fahrzeugs zerschossen wurden, konnte Clinton von der Polizei verhaftet werden.
Im April 2003 wurde Clinton zum Tode verurteilt, seine Komplizen David Page und Mark Ray erhielten jeweils nur lange Haftstrafen.
Alle drei Angeklagten standen zum Zeitpunkt der Morde unter dem Einfluss von Drogen (Speed) und hatten mehrere Tage nicht geschlafen.
Clinton behauptet immer noch unschuldig zu sein und meint, dass er keinen gerechten Prozess erhalten habe. Unter anderem meint er, dass er keine Möglichkeit erhielt, sein Mitleid zu äußern. Auch seien mildernden Umstände, wie seine Drogenabhängigkeit, die Tatsache dass er schon immer an ADHS leidet und der Missbrauch in der Familie nicht zur Sprache gekommen. Auch erwähnt er fragwürdige Aussagen von Beamten und Sozialarbeitern aus dem Jugendgefängnis. Außerdem sind mittlerweile zwei Aussagen aufgetaucht, nach denen David Page anscheinend damit geprahlt haben soll, dass er mit den Morden davon gekommen sei. Diese können auf Englisch nachgelesen werden unter www.1prison.com.
Hier die Aussagen von Daneen A.Milam, Patricia McCoy, Amber Lynch und Dano Young:
Aussage von Daneen A. Milam, Psychologin:
Mein Name ist Daneen A. Milam. Ich bin eine lizensierte Psychologin im Staat Texas und außerdem Neuropsychologin, zertifiziert durch die Amerikanische Behörde Professioneller Neuropsychologen. Ich wurde durch die Verteidigung in Clinton Youngs Prozess verpflichtet. Ich habe Clinton Young persönlich beurteilt und bin mit ihm seine Entwicklung, seinen medizinischen und psychologischen Lebenslauf und seine Straftaten durchgegangen. Ich habe in seinem Prozess ausgesagt, um meine Meinung aufgrund meiner Beurteilungen zur Verfügung zu stellen. Ich habe eine vorbereitete Zusammenfassung meiner Aussage überprüft.
In der Überprüfung der frühen Kindheit von Herrn Young gab es eine beständiges Muster von Verhaltensauffälligkeiten. Er wurde sowohl vom Kindergarten als auch von der ersten Klasse suspendiert, was äußerst selten vorkommt. Wenn man medizinische und entwicklungspsychologische Gutachten überprüft, stimmen alle, die etwas mit Herrn Young zu tun hatten darin überein, dass etwas nicht stimmte, aber jeder Experte hatte eine andere Diagnose. Sein Verhalten war so unberechenbar, sein emotionaler Zustand so schwach, und seine Aktivität so hoch, dass alle Interventionen darauf abzielten seine Ausbrüche zu kontrollieren.
Ich habe eine geschriebene Erklärung von Dano Young gelesen und mir sind die Aussagen seines Sohnes über den unangemessenen sexuellen Kontakt mit seinem Großvater (Herrn Youngs biologischer Vater) bekannt. Auf der Basis meiner Studie dieses Themas und meinem Wissen auf diesem Gebiet erscheint es als gut möglich, dass Herr Young in sehr jungen Jahren sexuell missbraucht wurde. Wenn sein Verhalten in diesem Zusammenhang gesehen wird, stellt es sich als ein typisches Verhalten eines sexuell missbrauchten Kindes dar. Wenn er missbraucht wurde, dann hätten seine emotionalen Ausbrüche und seine Verhaltensstörungen durch eine angemessene Behandlung behoben oder verringert werden können. Mit einer Behandlung hätte sein Leben anders sein können.
Wenn ich gewusst hätte, dass es die Möglichkeit gibt, dass Herr Young sexuell missbraucht wurde, dann hätte ich sein emotionales Verhalten auf eine post-traumatische Störung hin untersuchen können und hätte sein Verhalten in Bezug zu dieser Diagnose sehen können. Hätten die Geschworenen von der Möglichkeit gewusst, dass Herr Young möglicherweise unter frühem sexuellem Missbrauch litt, so bin ich davon überzeugt, dass ihre Überlegungen vielleicht ganz anders gewesen wären und dass der Ausgang des Prozesses vielleicht anders gewesen wäre.
Eine post-traumatische Störung ist eine psychiatrische Störung, die für gewöhnlich nach gewalttätigen Angriffen, wie Vergewaltigung und wiederholtem sexuellem Missbrauch auftritt. Eine post-traumatische Störung stellt sich oft als Gefühl von Distanziertheit und Entfremdung dar und wird sowohl durch klare psychologische Symptome, als auch durch biologische Veränderungen gekennzeichnet. Bei frühem sexuellem Missbrauch kommt es häufig zu Veränderungen der Gehirnstrukturen und der Missbrauch kann das Kind auch darin behindern, dass es im familiären und im sozialen Umfeld zurechtkommt. Das permanente Drängen in eine Opferrolle führt zu deutlich erhöhten Aggressionen und einem geringen Selbstwertgefühl, die die Auswirkungen der post-traumatischen Störung noch erhöhen. Einige dieser Faktoren, die die schädlichen Auswirkungen einer post-traumatischen Störung verschlimmern, beinhalten genetische Faktoren, wie z.B. ein Aufmerksamkeitsdefizit, das mit Hyperaktivität einhergeht, der Beginn des Traumas in der frühen Kindheit und das Fehlen eines funktionierenden sozialen Netzes. Klar ist, dass in der Umgebung von Herrn Young alle drei Faktoren in der Zeit zwischen seiner Geburt und dem sechsten Lebensjahr auftraten. Seine sehr ungewöhnlichen Hirnströme auf dem EEG sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Trauma die Grundstrukturen seines Gehirns verändert hat.
In den Erhebungen des nationalen Zentrums für post-traumatische Störungen wurde festgestellt, dass 51% aller Männer, bei denen eine post-traumatische Störung festgestellt wurde, zugleich auch Alkohol-Probleme hatten. Die Erhebung des Zentrums hat auch gezeigt, dass 43% einmal in ihrem Leben eine diagnostizierte Verhaltensstörung hatten und 34% hatten Störungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum.
Während Herr Young von der Staatsanwaltschaft als „böse Brut“ dargestellt wurde, hätte der Nachweis der Möglichkeit frühkindlichen sexuellen Missbrauchs der Jury erlaubt eher ein emotional und sexuell missbrauchtes Kind zu sehen, als einen unverbesserlichen Straffälligen.
MEINE AUSSAGEN, DIE ICH HIER GEMACHT HABE, BASIEREN AUF MEINEM PERSÖNLICHEN WISSEN UND SIND UNTER EID GEMACHT WORDEN.
DANEEN A. MILAM, Psychologin
Aussage von Patricia McCoy:
Ich bin über 18 und befähigt diese Aussage unter Eid zu machen. Ich habe persönliches Wissen über die Fakten, die hier hervorgebracht werden.
Mein Name ist Patricia McCoy. Meine Anschrift lautet: (...)
Ich bin mit Darnell McCoy verheiratet.
Ich lernte Clint Young kennen, als ich im Fisherman Motel in Shady Shores lebte. Mein Cousin, David Page, war ein enger Freund von Clint. Da ich eine Zeitlang im Fisherman Motel wohnte, kenne ich fast jeden, der in Clints Fall verwickelt ist. Alle Leute, die sich um das Fisherman Motel aufhielten, nahmen illegale Drogen, mein Ehemann und Amber Lynch ausgenommen. Das Fisherman Motel war furchtbar, schmutzig; es war sehr offensichtlich, dass es dort Drogenmissbrauch, eine hohe Kriminalitätsrate und Junkies gab. Es war, als wenn man sich in einem Kriegsgebiet aufhalten würde; die meisten der älteren Jungs liefen mit Waffen herum. Es war so schlimm. Eines Nachts wurde meine Freundin Deborah Sanders, deren Vater Bart Lynch das Hotel gehörte, aus ihrem Fenster gezerrt und war für 18 Stunden verschwunden; mein Stiefvater fand sie blutend in einem Graben und sie war vergewaltigt worden.
Jeder in der Ukgebung wusste, dass Doyle Dougals ein Pädophiler war und jeder sprach davon. Ich erinnere mich daran gehört zu haben, wie Deborah Sanders, Jose und Clint darüber sprachen. Doyle ließ uns immer sein Auto benutzen. Ich erinnere mich, dass Clint einmal, als er Doyles Auto auslieh, einige Mädchen-Unterhosen und eine Polizeimarke in dem Auto fand. Wir alle wussten, was Doyle mit der Polizeimarke getan hatte und wie er an die Unterhosen gekommen sein musste. Wenn Doyle einen drauf machte (Drogen nahm), was sehr oft passierte, dann versuchte er uns alle auf eine sexuelle Art zu berühren. Er war wiederlich.
Bart Lynch gehörte das Fisherman Motel. Er ist Deborah Sanders und Amber Lynchs Vater. Wir hatten alle gehört, dass Bart ein „Rauschgiftfahnder“ war und für die Polizei arbeitete. Bart war wirklich seltsam und verbrachte die meiste Zeit in seinem Zimmer. Bart war auch sehr geheimnistuerisch. Eines Tages gab er uns allen einen Räumungsbescheid, schaltete den Strom ab und verließ das Motel innerhalb von zwei Stunden. Keiner wusste sicher, warum er es plötzlich so eilig hatte aus der Stadt zu kommen, aber wir vermuteten, dass es etwas mit Drogen zu tun hatte.
Nach Clints Verhaftung wurde ich von der Polizei und vom Staatsanwalt bezüglich meines Wissens über Clint und über das, was passiert war, verhört. Ich liebe Clint als einen engen Freund und das ist auch immer noch so. Ich kann immer noch nicht glauben, was passiert ist. Ich habe nie beobachtet, dass Clint zu irgendjemand gemein war oder sich gewalttätig verhielt. Ich glaubte nicht, dass Clint eine Gefahr für die Gesellschaft darstellte. Ich sagte dies zur Polizei und zum Staatsanwalt. Ich weiß, dass Clint etwas schhreckliches passiert sein musste, was ihn dazu veranlasst hatte, jemanden umzubringen. Ich habe der Polizei und dem Staatsanwalt auch gesagt, dass ich nicht der Ansicht bin, dass Clint die Todesstrafe erhalten sollte. Ich sagte ihnen, dass ich nicht an die Todesstrafe glaube, aber von so etwas wollten sie nichts hören.
Die Polizei befragte meinen Ehemann, Darnell McCoy, dazu, was Doyle Douglas geschehen war. Die Polizei nahm eine Blutprobe von meinem Ehemann , da sie sagten, dass sie Blut auf Doyles Leiche gefunden hätten, dass nicht seines war. Úns wurde nie gesagt, wessen Blut es schließlich war.
Jemand aus Clints Verteidigungsteam kam vorbei, um mit meinem Ehemann und mir vor Clints Prozess zu sprechen. Ich rief das Büro des Staatsanwalts an, da ich nicht wusste, ob es mir erlaubt war, mich mit der Verteidigung zu unterhalten. Hal, der in der Staatsanwaltschaft arbeitete, belehrte mich darüber, dass ich nicht sprechen solle und dass ich nicht mit Clints Verteidigung oder Ermittlern sprechen sollte. Mein Ehemann hatte Gedächtnisschwierigkeiten, was vielleicht auf den Alkoholismus seiner Mutter in der Schwangerschaft zurückzuführen ist. Da mein Ehemann „langsam“ ist, glaube ich, dass der Staatsanwalt sich Sorgen machte, dass jemand von der Verteidigung ihm ein Bein stellen würde oder ihn austricksen könnte. Weder Darnell noch ich sprachen vor Clints Prozess mit den Verteidigern oder den Ermittlern, da wir dachten es wäre uns nicht erlaubt.
Mein Ehemann und ich wurden nach Midland gebracht, um für den Staatsanwalt in Clints Prozess auszusagen. Während des Prozesses brachte uns der Staatsanwalt in ein Büro, das sich im obersten Stockwerk des Gerichtsgebäudes befand. Sie zeigten uns immer wieder Fotos von Doyle Douglas Leiche. Sie gaben uns auch die Videokassette und die Kopien von den Aussagen meines Mannes, so dass wir sie gemeinsam durchsehen konnten. Darnell ist ziemlich langsam, geistig, und brauchte Hilfe bei der Kontrolle der Aussagen, die er der Polizei gegeben hatte so dass er sich daran erinnern würde, was er sagen sollte, wenn er aussagen würde. Ich wurde gebeten zusammen mit Darnell die Aussagen durchzugehen, sogar bevor sie mir sagten, dass sie mcih nicht als Zeugin benötigen würden. Darnell sagte für den Staatsanwalt aus, aber gegen Ende des Prozesses entschieden sie, dass sie mich nicht als Zeugin benötigen würden.
Es hätte einige Dinge gegeben, die ich dem Richter und den Geschworenen über Clint und über das, was im Fisherman Motel zur Zeit von Douglas Tod passiert war, erzählt hätte. Ich hätte erklären können, wie abhängig Clint während dieser Wochen und Tage vor Doyles Tod gewesen war. Ich weiß (sah) wie Clint seit Wochen vor Doyles Tod kontinuierlich Methamphetamine nahm. Ich hätte beschreiben können, wie Clint wurde, wenn er auf Methamphetaminen war. Clint war wirklich paranoid und handelte teilweise völlig wahnsinnig. Er redete unzusammenhängendes Zeug, sprach stammelnd und verstand nicht, was Leute ihm sagen wollten.
Ich hätte dem Richter und den Geschworenen beschrieben können, wie es sich anfühlt von Methamphetaminen abhängig zu sein. Ich weiß aus meinen eigenen Erfahrungen, was in Clint während dieser Tage vorgegangen sein könnte. Er ist wohl außer Kontrolle gewesen, tagelang schlaflos, voll nervöser Energie, er hat wohl Dinge gehört und gesehen, die nicht wirklich da waren. Eine Abhängigkeit von Methamphetaminen ist furchtbar.
Ich glaube ich verstehe, warum Clint drogenabhängig war. Clint und ich waren wirklich eng miteinander befreundet und sprachen stundenlang über seine Kindheit. Clint beschrieb, wie sein Vater ihn immer geschlagen hatte. Er erzählte mir, dass sein Vater ihn als kleinen Jungen sexuell belästigt habe. Clint erzählte auch meiner Freundin Trisha Patrick davon. Trisha und ich diskutierten darüber, was Clint uns erzählt hatte; wir glaubten ihm beide. Clint hatte eine furchtbare Kindheit und viele Leute, die ich kenne und die aus solchen Familien kommen, nehmen Drogen.
Clint war nicht wirklich besessen von Waffen. Er trug eine Waffe, aber sie funktionierte nicht. Die Waffe hatte keinen Lauf. Ehrlich gesagt beschuldige ich Clint nicht dafür, dass er eine Waffe mit sich herumtrug, denn das Fisherman Motel war voll von Kriminellen und Drogenabhägigen. Wir mussten immer die Leute beobachten, sonst wären wir ausgeraubt worden oder Schlimmeres.
Ich wünschte ich hätte dem Richter und der Jury von Clint erzählen können, seinem Hintergrund, seiner Drogenabhängigkeit und dass er keine gewalttätige oder gefährliche Person ist. Ich wünschte auch, ich hätte dem Richter und der Jury sagen können, was ich über Doyle Douglas Ruf als einem Pädophilen wusste und wie er versuchte jeden zu berühren. Ich glaube, dass wenn der Richter und die Jury die ganze Geschichte über die Dinge gehört hätten, die sich in Shady Shores abspielten und was für eine Person Clint wirklich ist, dass sie ihm dann nicht die Todesstrafe gegeben hätten.
Nachdem mein Ehemann Darnell in diesem Fall ausgesagt hatte, beging er einen Selbstmordversuch. Er litt unter psychischen Problemen, ausgelöst durch den Stress, unter dem er während des Prozesses und als einer Folge aus dem Ereignis litt. Bei ihm wurden eine post-traumatische Störung und eine manische Depression diagnostiziert. Ich war anwesend, als Lisa Milstein, die Ermittlerin, die an Clints Fall arbeitet, Darnell verhörte. Darnell verbrachte viel Zeit damit über den Prozess und den Fall mit Frau Milstein zu diskutieren. Es belastete ihn sehr, machte ihn depressiver und vor kurzem hat Darnell die Stadt verlassen.
Ich habe die Aussage durchgelesen, die für Darnell auf der Basis seiner Befragungen durch Lisa Milstein angefertigt wurde. Sie stimmt mit meiner Aussage hierin überein. Diese Aussage reflektiert Darnells Unterhaltung mit Frau Milstein genau. Hinzu kommt, dass ich die Wahrheit der meisten Punkte aus Darnells Aussage aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung kenne. Clint Young war in meiner Gegenwart nie gewalttätig und ich habe nie gehört, dass ihn jemand angeklagt habe, gemein oder gewalttätig zu sein. Ich habe nie gesehen, dass Clint in einen Kampf verwickelt war. Ich weiß, dass Clint und Darnell gute Freunde waren. Ich weiß, dass Doyle Douglas Clint die ganze Zeit sein Auto fahren ließ. Ich wusste, dass all die Leute, die ich rund um das Fisherman Hotel beobachtete, Drogen nahmen. Ich war anwesend, als die Polizei Darnell immer wieder Bilder von Douglas zeigte.
Patricia McCoy
Aussage von Amber Lynch, Clintons Ex-Freundin:
Mein Name ist Amber Lynch. Mein Vater ist Bart Lynch und meine Schwester ist Deborah Sanders. Ich habe früher gemeinsam mit meinem Vater in Ost-Texas in einem Hotel gewohnt, das er betrieb. Ich glaube es hieß „The Fisherman“. Fast jeder, der sich rund um dieses Hotel aufhielt, verkaufte entweder Drogen oder nahm welche. Ich glaube ich habe dort niemanden getroffen, bei dem es nicht so war.
Ich traf Clinton Young als ich 15 war und wir gingen miteinander. Ich wusste, dass Clint Drogen nahm, da er nie viel schlief – aber er nahm nie Drogen, wenn ich dabei war. Ich weiß niacht, was für Drogen er nahm. Wir hatten eine gute Beziehung und Clint war ein guter Freund. Eine zeitlang lebten wir beide im Hotel. Ich weiß, dass ich ausgesagt habe, dass er gemein sein konnte. Es waren wenige Male, dass etwas passierte und dann war Clint entweder betrunken oder unter Drogen. Wenn er getrunken hatte, packte er meinen Arm, aber ich weiß, dass er nie wirklich versuchte mich zu verletzen. Tatsächlich war Clint fast immer eine nette Person, und er beschützte mich sehr.
Mein Vater wusste, dass ich eine Beziehung mit Clint Young hatte und hatte nichts dagegen. Die Wahrheit ist, dass mein Vater nicht wirklich etwas mit meinem Leben zu tun hatte. Solange ich ihn in Ruhe ließ, konnte ich fast alles tun, wozu ich Lust hatte.
Doyle Douglas war mein Onkel. Ich glaube er war psychisch krank. Er sprach immer über Außerirdische, die ihn entführten und starrte in den Sternenhimmel, während er über Mutterschiffe sprach. Er nahm regelmäßig Drogen und es war offensichtlich, wenn er unter Drogen stand. Ich glaube er nahm Methamphetamine. Es gab auch viele Gerüchte rund um das Fisherman Hotel, dass mein Onkel ein „Rauschgiftfahnder“ oder ein Informant der Polizei sei.
Ich kenne auch David Page, „JR“ der auch in Clints Prozess verwickelt war. Er hing am Fisherman Hotel herum. David Page nahm Drogen und sprach häufig über seinen Drogengebrauch. JR hatte eine große Klappe und auf mich machte er einen merkwürdigen Eindruck. Ich erinnere mich, dass er einmal zu einem kleinen schwarzen Jungen sagte, dass er ihn töten könnte und ungeschoren davon kommen würde, da seine Schule eine Konföderierten-Flagge hatte. JR konnte gemein sein. Er würde auch Dinge tun, um Clint zu beeindrucken.
Meine Schwester Deborah Sanders war in der Zeit, in der wir in Ost-Texas lebten, stark drogenabhängig, unter anderem auch von Methamphetaminen. Ich erinnere mich, dass sie zeitweise für zwei oder drei Monate verschwand, ohne ihre Kinder mitzunehmen. Deborah erzählte häufig völlig unterschiedliche Geschichten über Vorkommnisse – so sehr, dass ihr schließlich keiner mehr glauben konnte. Keiner glaubte ihr.
Ich habe versucht Deborah dazu zu bewegen, vor den Ermittlern der Verteidigung auszusagen. Deborah sagte, sie würde das nicht tun.
Ich bin der Meinung, dass Clint in diesem Fall nicht die Todesstrafe hätte bekommen sollen und ich glaube nicht, dass Clint in Zukunft eine Gefahr darstellen oder jemanden verletzen würde. Ich kenne Clint und ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass er jemanden verletzen würde. Er war immer sehr vorsichtig und passte auch auf mich auf. Ich habe bei der Polizei und gegenüber den anderen Leuten, die mit mir gesprochen haben, ausgesagt, dass ich nicht glaube, dass Clint wirklich geschossen hat. Ich habe bei der Polizei und beim Staatsanwalt ausgesagt, dass ich für Doyle Douglas Tod nicht die Todesstrafe unterstütze.
Ich erinnere mich, dass die Polizisten, als sie mit mir sprachen aufschrieben, dass Clint ein weißes T-Shirt von Wal-Mart getragen habe. Ich habe ihnen mehrere Male gesagt, dass es ein blaues T-Shirt von Wal-Mart war. Es schien sie nicht zu interessieren. Ich versuchte dem Staatsanwalt und der Polizei gute Dinge über Clint zu erzählen, aber sie wollten nichts Gutes hören, das ich über ihn zu sagen hatte. Sie fuhren damit fort mir immer wieder zu sagen, wie böse Clint sei. Die einzigen Informationen, denen sie Beachtung schnekten waren die, die Clint böse aussehen ließen.
Ich wollte mit Clints Anwälten sprechen und im Prozess über Clint aussagen. Aber der Staatsanwalt sagte meiner Mutter und mir, dass dies nicht in meinem Interesse sei. Ich wollte Clint auch sehen und mit ihm sprechen. Einer der Verteidiger bot mir eine Erlaubnis an. Wieder sagte der Staatsanwalt zu meiner Mutter, dass es nicht in meinem Interesse sei Clint zu sehen.
Wenn es mir erlaubt gewesen wäre mit Clints Anwälten zu sprechen, hätte ich ihnen all diese Informationen gegeben.
DIESE AUSSAGE IST IN JEDER HINSICHT WAHR UND KORREKT UND IST UNTER EID GEMACHT WORDEN.
Amber Lynch
Aussage von Dano Young, Clintons Bruder:
Mein Name ist Dano Young. Ich bin Clint Youngs Bruder und Clint wurde wegen eines Kapitalverbrechens verurteilt. Ich kenne die meisten Zeugen in diesem Prozess und auch die Leute, die im Fisherman-Hotel nahe Shady Shores in Ost-Texas lebten oder sich dort aufhielten. Ich lebte in der Zeit als Doyle Douglas ermordet wurde in einem Haus, das sich in derselben Straße wie das Fisherman-Hotel befand. Meine Freundin war Deborah Sanders und Doyle Douglas war ihr Onkel. Deborah erzählte mir, dass Doyle Douglas ein Pädophiler war und ich weiß, dass sie sich weigerte ihm zu erlauben ihren Kindern entweder zuzusehen oder mit ihnen alleine zu sein. Doyle Douglas wohnte in einem Haus in derselben Umgebung.
Ich habe Bart Lynch über Deborah Sanders kennengelernt. Bart Lynch nahm die ganze zeit Methamphetamine und war Tag und Nacht zugedröhnt. Ich sah, wie er und Deborah die ganze Zeit Drogen einnahmen.
Clint Young und ich hatten denselben Vater. Wir hatten einen Onkel (Daryl), der Alkoholiker war und bereits verstorben ist. Ich erinnere mich daran, dass Daryl einmal im Haus eines Freundes Porno-Filme angeschaut hat. Daryl sagte zu mir, ich solle in das Zimmer kommen und meine Hose ausziehen und meinen Penis zeigen. Ich war etwa 13 oder 14 Jahre alt. Ich rannte aus dem Haus des Freundes. Ich kann mich daran erinnern, dass Clint oft mit meinen Onkeln oder meinem Vater allein war.
Als wir klein waren, schliefen alle Kinder im selben Zimmer und im selben Bett. Mein Vater kam oft in unser Zimmer und berührte und hielt meinen Penis. Dies begann, als ich etwa vier Jahre alt war und hielt lange Zeit an, bis er Carla heiratete. Wenn ich weinte, brachte mich mein Vater zum Schweigen. Ich weiß nicht, was er meinen Geschwistern antat, aber ich weiß, dass sie im selben Zimmer waren, als er mich berührte.
Mein Vater trank viel und nahm Kokain. Wenn er betrunken war, schlug er alle Kinder. Ich glaube sein Vater (mein Großvater) war genauso. Der Vater meines Vaters hat seine Kinder aus einem fahrenden Auto geworfen und ließ sie Dinge stehlen.
Meine Freundin Krystal erlaubt unseren Kindern nicht meinen Vater zu besuchen, da wir vermuten, dass er unsere Kinder missbraucht hat. Unsere Tochter kam mehrere Male nahc Hause nachdem sie bei Verwandten war und der Bereich um ihre Vagina war gerötet. Mein Sohn Dylan kam einige Male von Besuchen bei meinem Vater nach Hause und klagte darüber, dass sein Hinterteil wehtut.
Alles schien meinen Vater wütend zu machen. Es war wirklich schlimm, wenn er betrunken war. Mein Vater rauchte mit mir Marihuana als ich 14 Jahre alt war. Später nahmen wir zusammen Kokain ein. Wir sind wirklich nicht klar gekommen.
Mein Vater war eine zeitlang mit einer Frau namens Francis zusammen und sie war wirklich gemein zu allen. Sie verbrannte meinen Bruder mit heißem Wasser und zwang uns im Winter in Unterwäsche draußen zu stehen. Sie verklebte unsere Münder mit Isolierband, so dass wir nicht sprechen konnten.
Ich erinnere mich, dass mein Vater meine Schwester (Renee) entweder sexuell belästigte oder versuchte sie sexuell zu belästigen. Ich erinnere mich daran, dass die Polizei kam und meinen Vater deshalb festnahm. Ich glaube wir wohnten zu diesem Zeitpunkt entweder in Ohio oder in Virginia.
Ich habe mit Clints Anwälten gesprochen. Jedoch interessierten sie sich nicht sehr dafür, wie wir aufwuchsen. Wir sprachen in der Halle des Gerichts während des Prozesses miteinander. Ich erinnere mich vage daran, dass ich im Gefängnis mit einem Ermittler sprach, von dem ich glaube, dass er für Clints Anwälte gearbeitet hat. Er stellte mir einige allgemeine Fragen über unsere Kindheit, aber er stellte mir nie eine Frage über bestimmte Begebenheiten. Er sprach mit mir nie über einen möglichen sexuellen Missbrauch. Er verbrachte nicht viel Zeit mit mir und ich verstand nicht ganz, wie es Clint helfen könnte über unsere Kindheit und die schlimmen Dinge in unserem Leben zu sprechen. Jetzt, da ich es verstehe, weiß ich, dass es noch viel mehr gäbe, das ich ihnen erzählen würde und das ich ihnen erzählt hätte.
Der Staatsanwalt und die Polizei übergingen meine Aussage seit meiner Verhaftung. Sie befahlen mir die Dinge anders zu sagen. Sie bestanden darauf, dass ich es so aussage, wie sie es wünschten. Zu der Zeit, als dies vorfiel, war ich auf Hafturlaub und musste mich wegen zusätzlicher Anklagepunkte vor Gericht verantworten. Der Staatsanwalt und die Polizei nutzten diese Situation aus, um mich dazu zu überreden so auszusagen, wie sie es wollten.
DANO YOUNG
April 2005
Quellenangabe:
http://groups.yahoo.com/group/clintonyoung/files
|